Samstag, 2. Juni 2012

Auckland

"Sind wir wirklich noch in Neuseeland? Es ist nicht grün und Schafe gibt es auch nicht." Das war Michas erster Kommentar als wir in Auckland aus dem Airport-Shuttelbus stiegen und durch dunkle Hochhausgassen in Richtung Unterkunft liefen. Wir wurden jedoch bald eines besseren belehrt.. und zwar nicht nur durch diese Schaufensterbekanntschaft:

Auckland hat zwar - wie Wellington - einige hohe Häuser (darunter sogar das höchste Gebäude der südlichen Hemisphäre, den 328m hohen "Sky Tower") aber dennoch kommt man ständig durch riesige Parkanlagen mit Palmen und uralten Bäumen und eine kurze Bootsfahrt bringt einen auf die Vulkaninsel Rangitoto, die mittlerweile komplett Naturschutzgebiet ist. Am ersten Tag haben wir aber erstmal einen ausgiebiegen Stadtspaziergang unternommen. Von früh bis spät sind wir durch ganz Auckland gepilgert, über Shoppingmeilen geschlenkert, durch Parks, ein paar Geocaches eingesammelt, "Stadtmenschen" und Sky-Tower-Springer bestaunt, Sushi gesnackt, am Hafen entlang flaniert und am Abend wurden wir dann mit einer echt grandiosen Pizza belohnt!


Hier, noch mehr "Stadtbilder"!


Am zweiten Tag ist Micha an die Uni und hat sich und sein Projekt seinem Prof in Auckland vorgestellt während ich dem "War Memorial Museum" einen Besuch abgestattet habe und mich durch verstaubte Relikte aus dem 1. und 2. Weltkrieg, Maori und Südsee Schnitzereien und vorbei an sämtlichen ausgestopften Vögel Neuseelands gekämpft habe. Und sogar einen kompletter ausgestopfter Elefanten stand da rum! Das einzige was aber wirklich interessante war, war die Ausstellung über Vulkane. So wie im Nationalmuseum in Wellington bis in jedes Detail Erdbeben erklärt wurden, wurde einem hier schonend beigebracht, dass man im Moment auf ca. 50 Vulkanen steht. Aber hej, keine Angst. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass einer der 50 Vulkane nochmals ausbricht. Es kann nur jederzeit passieren, dass ein neuer Vulkan entsteht. Wie es sich dann anfühlt wenn es so weit ist konnte man im Wohnzimmer eines präparierten Hauses erleben. Brrr... . Vielleicht sind mir da die Erdbeben doch noch lieber ;o) Vor nur ca. 600 Jahren ist der letzte Vulkan in der Gegend entstanden, die Insel Rangitoto direkt vor dem Hafen von Auckland, welche eben nun das Naturschutzgebiet beherbergt und einem eine einmalige Aussicht auf Auckland bietet. Eine 20-Minütige Bootsfahrt bringt einen auf die Vulkaninsel auf der es dank Magmakammern immernoch ein paar Grade wärmer sein soll wie auf dem Festland. Hier stolperten wir an unserem letzten Tag über Lavasteine, wagten uns durch Lavahöhlen und genossen die Aussicht und das gute Wetter! Aufgrund zahlloser Possum-Fallen ist die Insel mittlerweile raubtierfrei und viele bunte Vögel, u.a. auch wieder die bereits bekannten Fantails, flattern über die Farne und Bäume. 


Abends fuhren wir dann noch zu einer kleinen Boulderhalle ein bisschen ausserhalb von Auckland-City, welche anscheinend mitten in der "Fruit Fly Sperrzone" lag. Falls ihr das auf der anderen Seite der Welt nicht mitbekommen habt, hier hat eine einzige kleine Drosophila welche in eine Kontrollfalle geraten ist dem letzt die Schlagzeilen gefüllt: Queensland Fruit Fly in Auckland. Aber Drosophilas waren nicht das einzige was in Auckland an Zürich erinnert hat:


Nunja, Resümee: Es war eine Australische Fruit Fly, ich bin also nicht schuld ;o) und in den 4 Tagen ist auch kein neuer Vulkan ausgebrochen, aber dafür haben wir ein 5.3er Erdbeben in Christchurch verpasst, das stärkste seit wir in NZ sind.

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