Mittwoch, 9. Mai 2012

Mt. Cook vicinity

Nach dem Wellington-Stadturlaub stand dieses Wochenende wieder Bergsport auf dem Programm! Micha und ich fuhren Richtung Süd-West zum Mount Cook National Park. Hier wollte Micha vor 11 Jahren schon einmal über den "Ball Pass" wandern, was ihm damals leider ein Schneesturm vermasselte. Dieses Wochenende sah es besser aus. Zwar hatte es demletzt schon heftig geschneit, so dass wir uns nicht sicher waren ob nicht schon zu viel Schnee auf den Bergen liegt, aber dafür garantierte uns der Wetterbericht strahlenden Sonnenschein!


Am Freitag Abend fuhren wir los. 4h brauchten wir bis Mt. Cook Village und der dortigen DOC Camp Site. Am Samstag erkundigten wir uns dann im DOC nach den Bedingungen: Wetter wie erwartet gut, Schnee ja, Knietief wohl, Lawinengefahr "considerable", aber erst ab 2000m. Kein Problem mit der richtigen Ausrüstung! Die packten wir dann auch ein. Steigeisen, Eispickel, Mütze, Handschuh, Zelt, zwei dicke Schlafsäcke und was zu Essen. Wir deponierten die Fahrräder am Tasman Talausgang, fuhren mit dem Auto zum Hookervalley und wanderten so um 14h los. Den Mt. Cook immer genau im Blickfeld gings im Tal auf den Moränen des Gletscher entlang.

Eigentlich wollten wir es an diesem Tag bis zu den "Playing Fields" schaffen, ein Plateau auf ca. 1650m. Da der Weg im Tal überhalb des Gletschers aber immer wieder weggebrochen war und wir ständig tiefe Einschnitte umgehen mussten zog und zog sich die Strecke und wir erreichten bei Einbruch der Dunkelheit gerade mal den "Campingplatz", ein Stück Wiese unterhalb des Berges den es dann hoch gehen sollte. Also machten wir aus dem Namen Programm und schlugen hier unser Zelt auf. Sobald wir begonnen hatten Spaghetti-Pesto zu kochen kamen auch gleich zwei Keas an und erhofften sich was zu Naschen. Wir hofften nur, dass sie später nicht auch unser Zelt für Spaghetti halten und dran rumkauen ;o) In dieser Nacht war der "Super-Vollmond", was die Nacht fast zum Tage machte.


Trotz des hellen Mondlichts und gelegentlichen Kea-A
ngriffen schliefen wir gut und steckten am nächsten Morgen um 7 Uhr früh bereits wieder in den Wanderstiefeln. Zuerst gings im "Gully" hoch bis zu den Playing Fields und dann weiter einen vereisten Shingle Fan hinauf, durch ein paar Klippen durch und dann sahen wir zum ersten Mal den Pass!Uns trennte nur noch ein sonniges Geröllfeld und der Gletscher! Easy!


Nach weiteren 3h standen wir dann oben! Yippie!! Und manomanoman... das hat sich gelohnt!! Grandioser Gletscher auf der einen Seite, anderer grandioser Gletscher auf der anderen Seite und direkt vor uns der grandioseste aller grandiosen Berge: Mt. Cook!! Sah aus, als ob man nur noch maximal 1000m hoch müsste und dann stände man oben. Tatsächlich ist es aber doch ein bisschen mehr. Und vor allem ein bisschen schwieriger.. . Wir genossen die Aussicht, die Sonne und das Vesper Brot bei absoluter (Wind)stille. Nur ab und zu hörte man das dröhnen von herabfallendem Eis und Lawinen und ein Touri-Hubschrauber kam fast zum anfassen nah vorbei geflogen. Sonst waren wir Mutterseelenallein in dieser einmaligen Landschaft.



Nachdem der Magen und die Augen gesättigt waren machten wir uns an den langen Abstieg. Zuerst über den Ball Glacier, dann über die Ball Ridge, an der privaten Caroline Hut vorbei und immer weiter bis ins Tasman Valley. Unterwegs hatten wir noch einen tollen Blick über den Tasman Glacier.


Das Tasman Valley zog sich dann ähnlich lange wie das Hooker Valley auf dem Hinweg. Nur, dass diesmal der Weg nicht weggebrochen war, sondern mit Geröll Lawinen verschüttet. Die Dunkelheit holte uns ein, der Mond ging auf, und um 20 Uhr waren wir endlich bei den Fahrrädern. Es folgte noch eine endlose Schotterpistenfahrt bis zurück zu unserem Bus. Insgesamt waren wir an diesem Tag ca. 14 Stunden unterwegs gewesen! Müde und glücklich mampften wir noch eine riesige Portion Spaghetti und vielen dann sofort ins Bett... .

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